Wie werde ich Ernährungsmediziner?

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Ernährungsmedizin ist ein integrales Element ärztlicher Tätigkeit in fast allen Fächern der Medizin, ähnlich wie auch die Schmerzbehandlung von Ärzten aller Fachrichtungen erwartet wird. Dieser berechtigten Erwartung wird die Ausbildung im Medizinstudium und in der Facharztweiterbildung nicht gerecht und der Erwerb ernährungsmedizinischer Kompetenz bleibt oft dem Autodidaktentum des Interessierten überlassen.

Interdisziplinäres Handeln

Der ernährungsmedizinisch versierte Arzt kann mit seinen Kenntnissen von Stoffwechsel und Pathophysiologie ernährungsbedingte Risiken bei Patienten erkennen und dann mit wissenschaftlich begründeten ernährungstherapeutischen Maßnahmen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Krankheit des Patienten mit größtmöglichem Erfolg behandelt werden kann. Dies gilt für alle Fachgebiete, für den alten Menschen mit einer Schenkelhalsfraktur ebenso wie für den Krebspatienten mit einer Radiochemotherapie oder den kritisch Kranken auf einer Intensivstation.

Angesichts der stetig steigenden Prävalenz von Übergewicht und Adipositas in der Bevölkerung und ihrer Folgeerkrankungen Diabetes, Hypertonie und koronarer Herzkrankheit kann die große Bedeutung präventiver Maßnahmen nicht genug betont werden. Nicht nur die primäre, sondern auch die sekundäre Prävention erfordert einen interdisziplinären Ansatz unter ernährungsmedizinisch qualifizierter ärztlicher Führung.

Etablierung der Zusatzbezeichnung Ernährungsmedizin

Mit der Berufsbezeichnung Ernährungsmediziner verbindet der Laie zu Recht die Annahme, dass diese Bezeichnung von einer Ärztin oder einem Arzt geführt wird. Die DGEM setzt sich daher gegen den Missbrauch der Berufsbezeichnung Ernährungsmedizin und für eine Aufnahme der Zusatzbezeichnung Ernährungsmedizin in die Musterweiterbildungsordnung der Ärztekammern ein.
Zusammen mit dem Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e.V. (BDEM) und der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin e.V. (DAEM) hat die DGEM an der Etablierung der Zusatzbezeichnung Ernährungsmedizin in der Weiterbildungsordnung gearbeitet. Diesem Ziel sind wir einen großen Schritt näher gekommen: Mit seinem Beschluss forderte der 118. Deutsche Ärztetag 2015 die Bundesärztekammer auf, die Ernährungsmedizin, aufbauend auf dem Curriculum "Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer", zusätzlich in die Zusatz-Weiterbildung der (Muster-)Weiterbildungsordnung (MWBO) aufzunehmen.

In bewährter Weise arbeiten DGEM, BDEM und DAEM nun an den nächsten Schritten für eine erfolgreiche Umsetzung des Beschlusses der 118. Deutschen Ärztetages. Dabei können auch Sie über Mitglieder der Kammerversammlung Ihrer Ärztekammer am Erreichen unseres gemeinsamen Zieles mitwirken.