Wie läuft die Entlassung ab?

Die Entlassung wird ab der stationären Aufnahme des Patienten geplant. Sobald die Notwendigkeit einer poststationären ernährungsmedizinischen Versorgung sicher ist, wird das Schnittstellenmanagement der Klinik (z.B. Sozialdienst, Fallmanagement) eingeschaltet, welches die Bedürfnisse klärt und entsprechende Möglichkeiten evaluiert. Diese werden dem Patienten und den Angehörigen vorstellt und daraufhin entschieden.

Mindestens 36-48 Stunden vor der geplanten Entlassung werden die Informationen zum Ernährungszustand, zu ernährungsrelevanten Erkrankungen sowie zur bisher erfolgten und weiterhin erforderlichen Ernährungstherapie (gegebenenfalls über das Schnittstellenmanagement) an den Hausarzt und den Pflegedienst/Homecareunternehmen weitergegeben. Diese Informationen werden auch im Arztbrief und im Pflegeverlegungsbrief sowie gegebenenfalls auch durch die Diätassstentin dokumentiert.

Bei Bedarf erfolgt vor der Entlassung die sach- und fachgerechte Einweisung des Patienten, seiner Angehörigen und/oder der Mitarbeiter des ambulanten Leistungserbringers in die jeweils nötige Anwendung von Nährlösungen und den gegebenenfalls nötigen medizinischen Geräten, zum Beispiel Sondensysteme, Infusionsbesteck, Sonden- oder Infusionspumpe, durch dazu befugte Mitarbeiter.

Was müssen Ärzte beachten?

  1. Der Arzt plant die Entlassung des Patienten in Abhängigkeit des Krankheitsverlaufes und informiert darüber das medizinische Team, den Patienten und gegebenenfalls Angehörige. Alle Berufsgruppen des Schnittstellenmanagements (Sozialdienst, Ernährungsteam, gegebenenfalls Physiotherapie, Ergotherapie, Hausarzt, ambulanter Pflegedienst) werden rechtzeitig involviert.
  2. Die ernährungsmedizinische Anamnese, Diagnose und Therapie muss im Arztbrief erscheinen.
  3. Die standardisierten Abläufe sind zu beachten.
  4. Ein regelmäßiges Monitoring nach der Entlassung muss angebahnt werden.

Was müssen Pflegekräfte beachten?

  1. Die Pflege klärt mit dem Patienten und gegebenenfalls Angehörigen den Bedarf an poststationärer Versorgung ab und koordiniert bei Bedarf den innerklinischen Kontakt mit dem Schnittstellenmanagement.
  2. Informationen zum Ernährungszustand (z.B. aktuelles Gewicht) und zum pflegerischen Interventionsbedarf beim Ernährungsmanagement müssen im Pflegeverlegungsbrief erscheinen.

Was müssen Patienten und Angehörige beachten?

  1. Bedarf, Möglichkeiten und Wünsche zum Ernährungsmanagement sollten zusammen mit der Pflege und gegebenenfalls dem Mitarbeiter des Schnittstellenmanagements in der Klinik erörtert und bearbeitet werden.
  2. Bei Bedarf sollte vor der Entlassung ein Schulungstermin zu nötigen Versorgungsmaßnahmen, zum Beispiel Ernährungsberatung, Funktion der Sondenpumpe, vereinbart werden.
  3. Der Entlassungstermin muss geklärt werden.
  4. Die Patienten vereinbaren einen Termin für den ersten Hausbesuch des ambulanten Pflegedienstes/Homecarers.
  5. Ein eventueller Termin für ein Pflegeabschlussgespräch muss ebenfalls vereinbart werden.
  6. Das Rezept muss beim Hausarzt abgeholt werden.

Was beinhaltet der Check up vor der Entlassung?

  • Wann ist die Entlassung geplant?
  • Welche Versorgung benötigt der Patient, welche Unterstützung die Angehörigen nach der Entlassung?
  • Wer wird den Patienten versorgen und schulen? Wer ist Ansprechpartner im Notfall und bei Fragen zum Ernährungsmanagement?
  • Ist der Hausarzt informiert?
  • Sind die erforderlichen Voraussetzungen einsatzbereit, zum Beispiel Med. Geräte und Infusionsständer?
  • Was ist das Energieziel? Welcher Proteinbedarf besteht und welches Präparat soll in welcher Menge verordnet werden?
  • Wie und durch wen soll die Therapie überwacht werden (Monitoring)?