Diagnostische Kriterien einer Mangelernährung

Bisher fehlte eine einheitliche Empfehlung zur Definition der Mangelernährung. So basieren Daten zur Prävalenz oftmals auf unterschiedlichen Definitionen. Ziel einer für die Versorgungsakteure einfachen Diagnose der Mangelernährung muss die klare Indikation zur Einleitung, Überwachung und Beendigung einer Ernährungstherapie sein.

 

Kriterien nach DGEM-Leitlinie

Entsprechend der DGEM-Leitlinie „Terminologie in der klinischen Ernährung“ (2013) wird eine krankheitsassoziierte Mangelernährung durch folgende drei unabhängige Kriterien definiert:

  • Body-Mass-Index (BMI) < 18,5kg/m² ODER
  • ungewollter Gewichtsverlust > 10% in den letzten 3-6 Monaten ODER
  • BMI < 20kg/m² und unbeabsichtigter Gewichtsverlust > 5 % in den letzten 3-6 Monaten
  •  Für Erwachsene ab 65 Jahren: BMI < 20kg/m2, ungewollter Gewichtsverlust > 5% in 3 Monaten.

Zusätzlich gilt eine Nüchternperiode von länger als 7 Tagen als unabhängiges definierendes Kriterium eines Mangelernährungsrisikos [2].

Kriterien nach GLIM

Die „Global Leadership Initiative on Malnutrition“ (GLIM) hat 2018 in einem weltweiten Konsens [11] der großen Fachgesellschaften eine bipolare Definition zur Diagnose der Mangelernährung vorgelegt. Hierbei sollten ein erhöhtes Risiko für Mangelernährung auf Basis eines validierten Screeninginstruments vorliegen sowie ein phänotypisches und ein ätiologisches Kriterium erfüllt sein.

Schaubild Kriterien nach GLIM