Ernährungsmedizin als fächerübergreifende Disziplin

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Ernährungsmedizin ist ein integrales Element ärztlicher Tätigkeit in fast allen Fächern der Medizin, ähnlich wie auch die Schmerzbehandlung von Ärzten aller Fachrichtungen erwartet wird.

Der ernährungsmedizinisch versierte Arzt kann mit seinen Kenntnissen von Stoffwechsel und Pathophysiologie ernährungsbedingte Risiken bei Patienten erkennen und dann mit wissenschaftlich begründeten ernährungstherapeutischen Maßnahmen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Krankheit des Patienten mit größtmöglichem Erfolg behandelt werden kann. Dies gilt für alle Fachgebiete, für den alten Menschen mit einer Schenkelhalsfraktur ebenso wie für den Krebspatienten mit einer Radiochemotherapie oder den kritisch Kranken auf einer Intensivstation.

Angesichts der stetig steigenden Prävalenz von Übergewicht und Adipositas in der Bevölkerung und ihrer Folgeerkrankungen Diabetes, Hypertonie und koronarer Herzkrankheit kann die große Bedeutung präventiver Maßnahmen nicht genug betont werden. Nicht nur die primäre, sondern auch die sekundäre Prävention erfordert einen interdisziplinären Ansatz unter ernährungsmedizinisch qualifizierter ärztlicher Führung.

Wie werde ich Ernährungsmediziner? 

Mit der Berufsbezeichnung Ernährungsmedizin verbindet der Laie zu Recht die Annahme, dass diese Bezeichnung von einer Ärztin oder einem Arzt geführt wird. Die DGEM setzte sich daher gegen den Missbrauch der Berufsbezeichnung Ernährungsmedizin und für eine Aufnahme der Zusatzbezeichnung Ernährungsmedizin in die Musterweiterbildungsordnung der Ärztekammern ein. Gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e.V. (BDEM) und der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin e.V. (DAEM) arbeitete die DGEM viele Jahre an der Etablierung der Zusatzbezeichnung Ernährungsmedizin in der Musterweiterbildungsordnung (MWBO). Dieses Ziel wurde 2020 erreicht.

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