Gemeinsame DANK-, DDG- und DAG-Pressemitteilung: Aktuelle wissenschaftliche Evidenz spricht für Süßgetränkesteuern
Neue Stellungnahme ordnet Datenlage zur Wirksamkeit von Süßgetränkesteuern ein
Berlin, 21. April 2026 - Mangelnde Prävention kostet Menschenleben und stellt die Tragfähigkeit des solidarisch finanzierten Gesundheitssystems in Frage. Deshalb empfiehlt die FinanzKommission Gesundheit zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge die Einführung einer Süßgetränkesteuer. In einer heute veröffentlichten Stellungnahme stellen über 40 führende Wissenschaftler*innen klar: Süßgetränkesteuern sind eine wirksame Maßnahme zur Prävention von Adipositas und anderen ernährungsbedingten Erkrankungen.
Die Stellungnahme ordnet die aktuelle Evidenz angesichts der laufenden politischen Debatte in Deutschland ein. Sie zeigt: Die negativen gesundheitlichen Auswirkungen eines regelmäßigen Konsums von Süßgetränken sind wissenschaftlich zweifelsfrei belegt. Ebenso zeigen internationale Erfahrungen, dass angemessen ausgestaltete Süßgetränkesteuern den Konsum von Süßgetränken und die Zuckeraufnahme wirksam senken. Eine zunehmende Zahl von Studien zeigt direkt eine Verringerung oder Verlangsamung des Anstiegs von Übergewicht und Adipositas durch Süßgetränkesteuern.
Barbara Bitzer, Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) erklärt: „Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat sich bereits für die Süßgetränkesteuer ausgesprochen und damit Weitsicht bewiesen. Jetzt nehmen wir die Ministerin beim Wor.t. Die wissenschaftliche Evidenz ist eindeutig: Es ist Zeit zu handeln, nun müssen Taten folgen.“
Prof. Dr. med. Matthias Blüher, Mediensprecher der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) ergänzt: „Ein Viertel aller Erwachsenen in Deutschland hat Adipositas, Tendenz steigend. Adipositas kann die Gesundheit und die Lebensqualität von Menschen erheblich beeinträchtigen, und verursacht in Deutschland Kosten von über 60 Mrd. Euro pro Jahr.“
Prof. Dr. med. Julia Szendrödi, Präsidentin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erklärt: „Regelmäßiger Konsum von zuckergesüßten Getränken erhöht das Risiko für die Entstehung von Typ-2-Diabetes erheblich. Daten aus anderen Ländern, zeigen, dass eine Zuckersteuer ein wirksames Instrument ist. Prävention beginnt auch im Bundestag: eine Zuckersteuer ist längst überfällig!“
Prof. Dr. med. Peter von Philipsborn, Hauptautor der Stellungnahme, stellt klar: „Unter jungen Erwachsenen in Deutschland hat sich die Häufigkeit von Adipositas in den letzten 20 Jahren verdreifacht. Eine Süßgetränkesteuer alleine wird diese Entwicklung nicht umkehren können. Süßgetränkesteuern sind aber ein wichtiger Baustein einer umfassenden Präventionsstrategie.“
Die Stellungnahme wird von zahlreichen weiteren Fachorganisationen unterstützt, darunter der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und der Deutschen Gesellschaft für Public Health (DGPH).
Quelle: von Philipsborn P, Joisten C, Rehfuess E, Hauner H , Koletzko B, Weihrauch-Blüher S., Buyken A, Emmert-Fees KMF, Rubin D, Bosy-Westphal A. (2026): Wissenschaftliche Evidenz zur Wirksamkeit von Süßgetränkesteuern. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.19648685
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Über das Wissenschaftsbündnis Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK):
Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) ist ein Wissenschaftsbündnis aus 24 medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungseinrichtungen, das sich seit 15 Jahren für Maßnahmen der Verhältnisprävention zur Verhinderung von Krankheiten wie Adipositas, Diabetes, Krebs und Herz-Kreislaufkrankheiten einsetzt. Mehr über DANK: www.dank-allianz.de