Integration ernährungstherapeutischer Praxen in das nutriZert-Zertifizierungssystem
Einheitliches Qualitätssiegel jetzt auch für ernährungstherapeutische Praxen
Berlin, 25. Februar 2026 – Menschen mit ernährungsmitbedingten Erkrankungen wie Adipositas, Mangelernährung oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten haben es bislang oft schwer, qualitätsgesicherte ambulante Praxen für Ernährungstherapie zu finden. Verlässliche Informationen zu geeigneten Einrichtungen fehlen – sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für Hausärztinnen und Hausärzte, die überweisen möchten. Das soll sich nun ändern: Erstmals können auch niedergelassene ernährungstherapeutische Praxen nach dem unabhängigen nutriZert-System zertifiziert werden. Damit stehen künftig bundesweit objektive und vergleichbare Informationen zu qualifizierten Angeboten der Ernährungstherapie zur Verfügung.
Das nutriZert-System ist bereits aus Kliniken, Klinikabteilungen und ernährungsmedizinischen Praxen bekannt. Mit der Öffnung für ernährungstherapeutische Praxen wird erstmals die gesamte Versorgungskette der Ernährungsmedizin und Ernährungstherapie in einem einheitlichen, transparenten Qualitätssystem abgebildet.
Einheitliches Qualitätssystem für die gesamte Versorgung
Zertifiziert werden nicht einzelne Personen, sondern die Strukturen und Abläufe der Einrichtungen. Geprüft wird unter anderem, ob die organisatorischen Voraussetzungen bestehen, um evidenzbasierte Ernährungstherapie nach dem German Nutrition Care Process (G-NCP) umzusetzen. Die Zertifizierung ergänzt damit den persönlichen Qualifikationsnachweis der Fachkräfte (E-Zert).
„Qualität in der Ernährungstherapie entsteht nicht allein durch persönliche Qualifikation, sondern durch verlässliche, fachlich fundierte Strukturen“, betont Professor Dr. rer. nat. Peter Stehle, Präsident der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin (DAEM).
Bessere Auffindbarkeit qualitätsgesicherter Angebote
Alle zertifizierten Einrichtungen werden zentral auf www.nutrizert.de dargestellt. Dort finden sich Angaben zu Qualifikationen, Behandlungsschwerpunkten und Versorgungsangeboten. Für Patientinnen und Patienten wird qualitätsgeprüfte Ernährungstherapie damit leichter auffindbar und klar von nicht überprüfbaren Angeboten abgegrenzt.
„Eine qualifizierte Ernährungstherapie kann den Krankheitsverlauf entscheidend beeinflussen – vorausgesetzt, Betroffene finden passende Angebote“, sagt Dr. med. Gert Bischoff, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM). „Mit der Erweiterung von nutriZert stärken wir gezielt die Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung.“
Stärkung der ambulanten Ernährungstherapie
Für ernährungstherapeutische Praxen steht mit nutriZert erstmals ein einheitliches, unabhängiges Instrument zum Nachweis von Qualität in Organisation und Prozessen zur Verfügung. Gleichzeitig werden sie stärker in ein bundesweites Netzwerk aus Kliniken, Klinikabteilungen und ernährungsmedizinischen Praxen eingebunden.
„Die Zertifizierung macht ernährungstherapeutische Praxen als professionell organisierte Versorgungseinrichtungen sichtbar“, sagt Dr. Andrea Lambeck, Geschäftsführerin des BerufsVerbands Oecotrophologie e. V. (VDOE).
Starke Partner für eine bessere Versorgung
Getragen wird die Erweiterung von nutriZert durch eine gemeinsame Initiative der Berufsverbände Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband e. V. (VDD), BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE) und Berufsverband Deutscher Ernährungsmedizinerinnen und Ernährungsmediziner e. V. (BDEM) sowie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM) und der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin e. V. (DAEM). Ziel ist es, qualitativ hochwertige Ernährungstherapie entlang der gesamten Versorgungskette zu fördern, sichtbar zu machen und strukturell zu verankern – zum Nutzen der Patientinnen und Patienten und des Gesundheitssystems.